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Sonntag, 10. Januar 2016

WEIDMÜLLER wächst deutlich über dem Branchenschnitt

Wo wächst was und warum: Das Jahresabschlussgespräch bei Weidmüller bot interessante Einblicke in die Entwicklung der internationalen Märkte und die Pläne des Herstellers.

Weidmüller blickt zurück auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2015. „Wir konnten unser Vorjahresergebnis im fünften Jahr in Folge übertreffen, und das mit einem Wachstum von ca. 4 Prozent“, sagte Vorstand Dr. Peter Köhler beim Jahresabschlussgespräch im Dezember. Laut ZVEI wird der Markt im Gesamtjahr mit einem Plus von rund 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr abschließen. Somit liegt das Wachstum bei Weidmüller deutlich über dem Branchenschnitt. Eine Prognose für 2016 gestalte sich schwierig wegen unsicherer politischer Lagen und Krisen auf den Weltmärkten. „Die Entwicklung ist derzeit nicht ganz einfach einzuschätzen. Der ZVEI rechnet jedoch mit einem weltweiten Wachstum von rund fünf Prozent“, so Köhler. „Sicher ist, dass wir bei den branchenbeherrschenden Themen Industrie 4.0, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit gut aufgestellt sind.“ Aus diesem Grund rechnet der Vorstand auch bei Weidmüller für 2016 mit einem deutlichen Umsatzwachstum.

Internationalisierung wird wichtiger

Wichtiger Wachstumstreiber ist Asien. Die Nachfrage in China ließ nach einem starken ersten Halbjahr zwar deutlich nach. Insgesamt lag das Wachstum in Gesamt-Asien aber bei rund 8 Prozent. Die Region Indien, Mittlerer Osten und Afrika (IMEA) verzeichnet einen Wachstumsschub im Vergleich zum Vorjahr (+ 18,6 Prozent). Verhalten sind die Aussichten derzeit für die heimische Industrie und Nord- und Osteuropa. Deshalb will Weidmüller die Internationalisierung weiter vorantreiben. „Das stärkste Marktwachstum unserer Branche wird in den kommenden Jahren weiterhin außerhalb Europas stattfinden“, so Köhler.

Trends sollen für weiteres Wachstum sorgen

Lösungen zu Industrie 4.0, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit waren die beherrschenden Branchenthemen im vergangenen Jahr. „Neben der Verbindungstechnik wird die Nachfrage nach Lösungen zur Automatisierung und Digitalisierung zukünftig eine deutlich größere Rolle für uns spielen. Damit wachsen auch die Bedeutung von Daten und Datenverarbeitung und die Vernetzung von Geräten, insbesondere von Maschinen“, sagte Köhler. In der jüngsten Vergangenheit hatte Weidmüller mehr als 40 Millionen Euro in neue Automatisierungstechnik investiert.

Investitionen für mehr Kundennutzen

Mit dem Neubau eines Kunden- und Technologiecenters wird Weidmüller einen zweistelligen Millionenbetrag in Detmold investieren. „Damit schaffen wir Raum für kreative Innovationen und den Ausbau unserer globalen Kundenbeziehungen – am Innovationsstandort Detmold“, versprach Köhler. Das neue Gebäue soll 2018 fertig sein und rund 600 moderne Arbeitsplätze bieten. Bei Weidmüller arbeiten weltweit rund 4.800 Mitarbeiter, knapp 2.000 davon am Hauptsitz in Detmold.

Zusätzlich zur Modernisierung der Produktionsanlagen in Deutschland wird auch international investiert: Der Standort in Rumänien wurde 2015 erweitert durch zwei energieeffiziente Fertigungshallen mit insgesamt 6.500 Quadratmeter Fläche für die Kunststoff-Produktion. Dort arbeiten nun 600 Mitarbeiter auf insgesamt 15.000 Quadratmetern.“

Die Investitionen sollen den technologischen Vorsprung von Weidmüller ausbauen und den Nutzen für die Kunden steigern. Das Unternehmen will sich langfristig als Lösungsanbieter in den Bereichen Automatisierung, Digitalisierung und Effizienzsteigerung positionieren.

Engagiert für den Nachwuchs

Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei Weidmüller auf der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Mit der Weidmüller Akademie in Detmold und ihrem Ableger in Asien wurden Einrichtungen geschaffen, die den Nachwuchs gezielt fördern und sichern, für die Qualifizierung von Mitarbeitern und Kunden sorgen sowie Wissensaustausch und Vernetzung untereinander stärken.

Industrie 4.0 verändert Aufgaben und Abläufe. Personaleinsatz, Arbeitsorganisation und Qualifikation müssen von Grund auf angepasst werden. Um diesen Wandel zu unterstützen, bildet Weidmüller die neuen fachlichen wie arbeitsorganisatorischen Anforderungen in seiner Aus- und Weiterbildung ab. Im Fokus steht ein interdisziplinärer sowie system- und praxisorientierter Ansatz, der den Mitarbeitern auch die nötigen sozialen wie persönlichen Kompetenzen an die Hand gibt, die durch die neuen Arbeitsprozesse erforderlich werden. 

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