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Samstag, 22. Januar 2022

Gebäuderelevante Branchen entwickeln sich unterschiedlich

Der ZVEI hat die konjunkturelle Entwicklung verschiedener Bereiche der Elektroindustrie analysiert: Die Lichtindustrie erholt sich nur langsam, der Markt für Elektroinstallation dagegen legt zu.

Nach einem Umsatzeinbruch in der deutschen Lichtindustrie von minus 14 Prozent im Jahr 2020 geht die Branche für 2021 von einer leichten Erholung aus: Für das Gesamtjahr wird mit einer Steigerung von zwei bis drei Prozent gerechnet. „Die wirtschaftliche Erholung wird durch Lieferschwierigkeiten bei Elektronikkomponenten und Verzögerungen bei bestehenden Projekten belastet, sodass die Lage insgesamt nach wie vor kritisch ist“, bewertet Dr. Jürgen Waldorf, ZVEI-Fachverbandsgeschäftsführer Licht, die aktuelle Lage.

Ganz anders entwickelte sich der Markt für Elektroinstallationssysteme: Nach einem kurzen Einbruch zu Beginn der Corona-Pandemie schloss die Branche 2020 mit plus vier Prozent ab. „Für das laufende Jahr gehen wir von einem Wachstum von rund 13 Prozent aus“, sagte Klaus Jung, ZVEI-Fachverbandsgeschäftsführer Elektroinstallationssysteme. „In den vergangenen Monaten wurde verstärkt in die eigene Immobilie investiert – der von der Corona-Pandemie nochmals beschleunigte Trend zum ‚Cocooning‘ hält an. Hinzu kommen mehr (sozialer) Wohnungsbau, Urbanisierung, die Renovierung des überalterten Bestands und eine starke Nachfrage nach Wallboxen und Ladeinfrastruktur. Diese günstigen Entwicklungen werden sich fortsetzen.“

Von der dringend nötigen Renovierungswelle im Gebäudesektor könnte auch die Lichtindustrie profitieren: „Um die politischen Klimaziele im Bereich Licht zu erreichen, muss die Renovierungsrate von derzeit drei auf fünf Prozent oder mehr angehoben werden. Nach unseren Berechnungen könnten durch Renovierung der Beleuchtung in den Sektoren Industrie und Gewerbe allein in Deutschland im Jahr 2030 circa 18 TWh Energie (34 Prozent) eingespart werden“, so Waldorf. Das entspräche voraussichtlich einer CO2-Einsparung von rund elf Millionen Tonnen. „Ökonomie und Ökologie gehen hier Hand in Hand: Eine Umrüstung von Altanlagen resultiert in besserer Lichtqualität und einer deutlichen Minderung des Energiebedarfs. Das entlastet Umwelt und Geldbeutel“, sagte Waldorf.

Der Gebäudesektor ist aktuell einer der Hauptverursacher von CO2-Emissionen. „Eine zukunftssichere Elektroinstallation und moderne Gebäudeautomation können maßgeblich dazu beitragen, das volle Effizienzpotenzial auszuschöpfen und den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen massiv zu verringern“, erklärt Jung.

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