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Freitag, 3. Juni 2016

Die Elektrotechnik rückt in den Mittelpunkt

Kann man die Bedeutung der Elekrotechnik für die Digitalisierung und Zukunft zeigen? Dieser Rückblick auf die Hannover Messe beweist, dass es manchmal geht.

Bilder können nicht alles. Die Digitalisierung zum Beispiel können sie nur schlecht darstellen – außer, man zeigt Bildschirme mit glücklich lächelnden Menschen davor und vielen Nullen und Einsen darauf.

Durch die Ereignisse der jüngsten Zeit können wir aber die Auswirkungen der Digitalisierung etwas beleuchten. Das leisten in diesem Fall tatsächlich Pressefotos. Sie zeigen, dass sich Industriepartner der FEGIME und die hohe Politik in letzter Zeit erstaunlich häufig treffen. Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte vor einem Jahr ein Werk von Siemens in Amberg. In diesem April besuchte sie zusammen mit Präsident Barack Obama auf der Hannover Messe unter anderem die Stände von ABB, Harting, Phoenix Contact und Weidmüller.

 


Bekommt die Elektrotechnik nun einfach die Aufmerksamkeit, die sie verdient? Nein, dahinter steckt mehr. Denn die genannten Partner – so wie viele andere – treiben die Digitalisierung und damit die »Industrie 4.0« voran. Industrie 4.0 meint die vierte industrielle Revolution nach den vorherigen Stufen: Dampfmaschine, Elektrifizierung und Automatisierung. Das ist so plausibel, dass der Begriff Industrie 4.0 inzwischen auch in anderen Ländern Europas verwendet wird.

Diese Revolution wird angetrieben von der Entwicklung der IT und des Internets. Unternehmen werden ihre Produktentwicklung, Maschinen, Lager und Betriebsmittel weltweit vernetzen. Die vernetzten Abteilungen, Maschinen, Lagersysteme und Betriebsmittel tauschen eigenständig Informationen aus, können Aktionen auslösen und sich gegenseitig selbstständig steuern.

Industrie 4.0 steigert in hohem Maß nicht nur Produktivität und Effizienz, sondern stellt auch eine Möglichkeit dar, individuelle Produkte automatisiert herzustellen. Selbst Einzelstücke lassen sich unter diesen Bedingungen so rentabel produzieren wie ein Massenprodukt. Ein Rolls Royce zum Preis eines Fiat 500? Dieses Beispiel mag übertrieben sein, zeigt aber die Richtung. Das erwähnte Siemens-Werk in Amberg gilt als ein Paradebeispiel für die neue Art der Produktion. Und Phoenix Contact nutzt die intelligente Produktion, um zum Beispiel die vielen Varianten des I/O-Systems Axioline effizienter herzustellen.

 


Der Elektrogroßhandel wird dabei sein

Dennoch: Auch diese technisch anspruchsvollen Beispiele sind erst ein Anfang. Denn Industrie 4.0 reicht über Produkt, Produktion und Fabrik hinaus und umfasst am Ende das gesamte Netz der Wertschöpfung. Dazu gehören auch Zulieferer wie der Elektrogroßhandel. Spätestens jetzt wird deutlich, dass es um umfassenden Austausch von Daten geht.

Die deutsche Regierung hat die Entwicklung früh erkannt und deshalb vor Jahren die »Plattform Industrie 4.0« ins Leben gerufen. Beteiligt sind unter anderem Verbände der IT, des Maschinenbaus und der Elektroindustrie. Das gemeinsame Ziel ist, Deutschland als bedeutenden Industriestandort zu erhalten. Die deutsche Industrie soll der weltweite Ausrüster der Fabriken bleiben – deshalb hat sich schon ein großes Netz aus Unternehmen, Universitäten und anderen Institutionen gebildet, welche Technik, Forschung und Normung vorantreiben. Wer die Standards setzt, hat im weltweiten Wettbewerb die Nase vorn.

 


Europa vernetzt sich

Das Beispiel hat Schule gemacht. In allen Ländern Europas gibt es Initiativen, die dasselbe Ziel verfolgen. Das gilt auch in den USA. So markierte die Hannover Messe den Start für viele neue Kooperationen und Initiativen. Eine der wichtigsten ist das erste »Digitalpaket« der Europäischen Kommission vom 19. April. EU Kommissar Günther Oettinger möchte eine europaweite Industriestrategie im Bereich Industrie 4.0 aufstellen. Zu den Schwerpunkten zählt die Koordinierung der nationalen Initiativen und Investitionen sowie Kompetenz- und Exzellenzzentren.


Hier kommen wir zur Hannover Messe zurück: Die USA stehen für große Software-Unternehmen, die europäische Industrie ist stark bei der Hardware, den Maschinen. Auch wenn sich alle Fachleute einig sind, dass die Software entschieden an Gewicht gewinnt – Software muss mit Hardware zusammen arbeiten, wenn’s funktionieren soll. Die USA versprechen sich durch die Zusammenarbeit auch Impulse für ihre »Reindustrialisierung«.

 



Mehr Evolution als Revolution

Das sind Hinweise, welch langer Weg noch zu gehen ist. Deshalb sprechen Techniker selten von Revolution – sie wissen um die noch zu lösenden Probleme und reden eher von schneller Evolution. Es genügt nicht, einige Komponenten zu installieren, um eine Produktion 4.0 aufzubauen.

Denn in dieser Umgebung vollzieht sich ein grundlegender Wandel von Arbeit und Organisationsformen. Dazu kommen viele Herausforderungen wie IT-Standards, extreme Datenmengen, die notwendige Datensicherheit – und die Frage, wem die Daten am Ende gehören.

Ein weiteres wichtiges Thema sind die Arbeitsplätze. Rund um den Weltwirtschaftsgipfel zu Beginn dieses Jahres wurde über Studien diskutiert, die vorhersagen, dass die Digitalisierung Millionen an Jobs kosten wird. Nun wird die Digitalisierung unsere Arbeitswelt ohne Zweifel verändern – viel spricht dafür, dass einfache Routinearbeit wegfallen wird. Aber das ist schon jetzt der Fall, ohne Industrie 4.0. In Deutschland sitzen deshalb die Gewerkschaften in den wichtigen Gremien mit am Tisch.

Aber zu Pessimismus besteht kein Anlass. Die Geschichte zeigt, dass technischer Fortschritt eher zu mehr Arbeit geführt hat. Wer der Geschichte nicht traut, kann sich Beispiele anschauen. Die Partner bei Weidmüller und Phoenix Contact produzieren mit Industrie 4.0 für die Industrie 4.0: Seit Jahren wachsen beide Unternehmen rasant und bauen ständig neue Gebäude für immer mehr Mitarbeiter. Plus: Nicht nur diese Unternehmen bilden ihre Mitarbeiter intensiv weiter, um für die digitale Zukunft gerüstet zu sein.

Die Entwicklung der Technik gibt nichts eindeutig vor, sondern sie bietet Wahlmöglichkeiten. Nur eine Wahl hat niemand: Alle müssen sich der Digitalisierung stellen, wenn sie die vernetzte Zukunft mitgestalten und von ihr profitieren wollen. Und die Elektrobranche spielt in diesem Szenario eine größere Rolle als zuvor, wie die Fotos zeigen.

www.plattform-i40.de

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