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Donnerstag, 20. Februar 2020

Die Elektroindustrie erwartet für 2020 kaum Wachstum

Die deutsche Elektroindustrie wuchs 2019 nur bei den Exporten. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) rechnet für dieses Jahr im besten Fall mit einer stabilen Entwicklung.

In Deutschland wird gebaut, die Zinsen bleiben niedrig, die E-Mobilität nimmt Fahrt auf, das Smart Metering wird kommen – und auch die Umsetzung neuer Normen braucht moderne Elektrotechnik. So gibt es Hersteller, die auch für 2020 mit deutlichem Wachstum rechnen. Dennoch läuft es nicht überall rund. Das zeigte die Pressekonferenz des ZVEI zum Jahresauftakt Ende Januar.

So konnte die deutsche Elektroindustrie 2019 nur bei den Exporten ein Wachstum verzeichnen. Produktion, Umsatz und Auftragseingang hingegen mussten Rückgänge hinnehmen. „Die deutsche Elektroindustrie ist stark in die globalen Wertschöpfungsprozesse eingebunden. Die gleichzeitige weltweite Schwäche von Handel, Investitionen und Industrieproduktion im vergangenen Jahr hat die Branche getroffen“, bewertete ZVEI-Präsident Michael Ziesemer die Lage. So fiel die preisbereinigte Produktion in der Elektrobranche von Januar bis November 2019 um 4,2 Prozent geringer aus als im Jahr zuvor. Der Umsatz gab leicht nach um 1,2 Prozent auf 175,6 Milliarden Euro und dürfte im Gesamtjahr bei 191 Milliarden Euro gelegen haben. Für 2020 erwartet der ZVEI bei der Produktion im besten Fall eine stabile Entwicklung.

Trotz der konjunkturellen Abschwächung ist die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Elektroindustrie nahezu stabil geblieben. Aktuell liegt sie bei 888.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Digitalisierung und Klimaschutz leiten neue Ära ein

Angesichts der bisher ungekannten Menge an Daten, die täglich anfällt, fordert der ZVEI klare Regeln für die Daten- und Plattformökonomie, die vor allem eines sicherstellen müssen: gesellschaftliches Vertrauen als notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Datenwirtschaft. „Personenbezogene Daten sind besonders schützenswert“, so Ziesemer. „Dennoch ist wichtig, dass sie in anonymisierter Form zur Verfügung stehen, wenn sie gesamtgesellschaftlichen Nutzen stiften können.“ Ein Beispiel sei der Gesundheitssektor.

Der ZVEI fordert eine intensive Auseinandersetzung über die künftige Datennutzung in Deutschland und Europa und legt mit den „Leitlinien der deutschen Elektroindustrie zum verantwortungsvollen Umgang mit Daten und Plattformen“ einen Diskussionsvorschlag vor. Wichtig sei, vorhandene Daten künftig besser für industrielle Innovationen und neue Geschäftsmodelle nutzen zu können. „Die Datenökonomie ist eine Chance, insbesondere die Industrie in Europa im internationalen Wettbewerb zu stärken“, betonte der ZVEI-Präsident. „Die EU-Kommission muss den digitalen Binnenmarkt jetzt vollenden: Er ist der Schlüssel zur technologischen Souveränität unseres Kontinents.“

Innovationen für mehr Klimaschutz

Der ZVEI unterstützt die Klimaziele der Bundesregierung. Technische Innovationen seien für einen effektiven Klimaschutz unverzichtbar. „Gerade die Elektroindustrie hält schon heute zentrale Lösungen bereit – und zwar für alle relevanten Sektoren: Verkehr, Gebäude, Energie und Industrie“, führte Wolfgang Weber aus, seit dem 1. Januar neuer Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung.

„Die Elektrifizierung ist dabei ein wichtiger Hebel für weniger CO2-Emissionen.“ Strom müsse deshalb der wichtigste Energieträger sein, die flächendeckende adäquate Bepreisung des Treibhausgases CO2 sei richtig. „Ziel muss sein, dass CO2-Emissionen teurer und sauberer Strom billiger werden – nur so entstehen Anreize von fossilen Energien auf Erneuerbare umzustellen.“ Dazu müsse das gesamte System aus Energieumlagen, -abgaben und -steuern auf den Prüfstand. „Die Energiewende muss als System gesteuert werden, bei dem die Vielzahl von Einzelmaßnahmen endlich aufeinander abgestimmt sind“, so Weber weiter. „Am besten gleich auf europäischer Ebene.“

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