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Freitag, 24. Oktober 2014

BWP - Immer mehr Bauherren setzen auf Wärmepumpen

Der Anteil von Wärmepumpen als primäre Heizquelle in neuen Wohngebäuden ist 2013 auf 32,2 Prozent gestiegen, meldet der Bundesverband Wärmepumpe (BWP).

Seit 2007 hat sich der Anteil der Bauherren, die sich für die Wärmepumpe entscheiden, nahezu verdreifacht: Setzten vor sechs Jahren nur 13,2 Prozent der Bauherren auf diese Technologie, so waren es 2013 bereits 32,2 Prozent. Bei Einfamilienhäusern liegt der Anteil von Wärmepumpen sogar bei 33,8 Prozent.

Luftwärmepumpen sind bei Bauherren besonders beliebt: 22,9 Prozent der installierten Heizungen im Neubau nutzen die Wärmequelle Luft, während der Anteil erdgekoppelter Wärmepumpen von 10 Prozent auf 9,2 Prozent gesunken ist. Bereits seit 2011 verzeichnet die Erdwärme-Branche einen Rückgang der Neuinstallationen. 2010 lagen Luftwärmepumpen und Erdwärmepumpen mit Anteilen von 14,8 und 14,1 Prozent noch in etwa gleich auf. Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP), begründet diesen Rückgang mit der leichteren Erschließbarkeit der Wärmequelle sowie der gestiegenen Effizienz der Luftwärmepumpen: „Luftwärmepumpen sind einfacher zu installieren und daher günstiger in der Anschaffung. Durch die technische Entwicklung erreichen sie heute außerdem hohe Effizienzwerte."

Der BWP-Geschäftsführer empfiehlt jedoch, bei der Entscheidung auch die Zusatznutzen einer Erdwärmeanlage zu berücksichtigen. So könne man sich mit erdgekoppelten Anlagen das konstante Temperaturniveau des Erdreichs, das ganzjährig bei ca. 10° C liegt, zunutze machen und im Sommer besonders effizient und umweltfreundlich kühlen.

Stark auf dem Land, schwächer in den Städten

Interessant sind regionale Unterschiede. Im Osten Deutschlands entscheiden sich Bauherren neuer Wohnhäuser besonders häufig für eine Wärmepumpe: Thüringen belegt mit einem Anteil von 47,7 Prozent den Spitzenplatz im Ländervergleich, dicht gefolgt von Sachsen mit 47,4 Prozent. Auch in Sachsen-Anhalt (42,5 Prozent) und Brandenburg (36 Prozent) ließen weit über ein Drittel der Bauherren Wärmepumpen installieren. Die südlichen Bundesländer liegen ebenfalls über dem Durchschnitt. Die Schlusslichter bilden hingegen die Stadtstaaten Berlin (23,1 Prozent), Hamburg (17,7 Prozent) und Bremen (6,6 Prozent) sowie die nördlichen Bundesländer Schleswig-Holstein (20,8 Prozent) und Niedersachsen (15,4 Prozent).

Auch bei der Wahl der Wärmequellen gibt es in den Bundesländern Unterschiede: Erdwärme ist besonders beliebt in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, obwohl der Trend auch hier rückläufig ist. In Baden-Württemberg wurden über sechs Mal mehr Luftwärmepumpen in Neubauten installiert als erdgekoppelte Anlagen. Ähnlich in Hessen, wo 27,8 Prozent der Heizungen in Neubauten Luftwärmepumpen sind und 5,3 Prozent Erdwärmepumpen.

Weniger bedeutend sind die Wachstumszahlen aber aus energiepolitischer Sicht. Angesichts von fast 20 Millionen alten Wohngebäuden sei der Einfluss der jährlich rund 100.000 Neubauten marginal, sagt der Verband. „Nur in jedem achten Wohngebäude wird mit erneuerbaren Energien geheizt - und von den bestehenden fossilen Heizkesseln sind 80 Prozent hoffnungslos veraltet und ineffizient", so Stawiarski.

Der Verband wünscht sich mehr Anreize für Hausbesitzer in Form von Förderprogrammen und ein „gerechteres Preisgefüge der Energieträger am Wärmemarkt". Denn Wärmepumpen-Strom sei gegenüber anderen Heizenergieträgern überproportional mit Steuern, Abgaben und Umlagen belastet, so der BWP.

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